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2013-10-22

Gedichte zum Thema Natur (1) ( J.Rist, F.Spee)

Orchideen






Friedrich Spee

Von Vereinigung Gottlicher vnd Menschlicher Natur

 1.
Von Jesse kompt ein Wurtzel zart/
Darauß ein Zweig von wunder Art/
Der Zweig ein schönes Rößle bringt/
Das wunderlich vom Zweig entspringt.

2.
Die Wurtzel der Stamm Dauids ist/
Maria du das Zweigle bist.
Dein Sohn die Blum/ die schöne Roß
Jst GOtt vnnd Mensch in deinem Schoß.

3.
Der Heylig Geist von dir allein
Erschaffen hat das Kindle fein/
Gleich wie die Sonn durch jhre Krafft/
Allein vom Zweigle Rosen schafft.

4.
O Wunderwerck! auff einem Stiel
Stehn Rößlein vnd der Bletter viel.
O Wunderwerck! in Gottes Sohn
Sein zwo Naturen/ ein Person.

5.
Roth ist die Roß/ grün ist das Blat/
Ein Zweigle gleichwol beyde hat:
Also man zwo Naturen findt
Vnd ein Person in diesem Kindt.

6.
O Zweig! dich ziert die schöne Blum;
Die Roß dir bringt Lob/ Ehr/ vnnd Rhum:
Die Roß das Zweigle nit verstelt/
Dein Jungfrawschafft dein Kind erhelt.
Johann Rist

Natur gehet für die Lehr

 Art lässet nicht von Art, die Katze läßt das Mausen,
Der Dieb das Stehlen nicht, die Affen wollen laufen,
Der Garte bringt sein Kraut, der Hirte treibt fürs Thor,
Was ehmals Wasser war, wird Wasser wie zuvor.
Salz komt aus Wasser her, es quillet aus der Erden,
Kan auch mit schlechter Müh' ein Wasser wiedrum werden,
Und weil denn Eis und Schnee aus Wasser ist gemacht,
So wird es auch sehr leicht ins Wasser wieder bracht.
Die Katz' hält zwar das Licht, wann Salomo wil essen;
Erblicket sie die Maus, so ist des Lichts vergessen,
Und wann Marcolphus gleich noch eins so zornig wär,

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