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2013-11-06

Bäume-Gedichte von H.Heine und A.v.Arnim (3)








Heinrich Heine

Steht ein Baum im schönen Garten

Sie spricht:

Steht ein Baum im schönen Garten
Und ein Apfel hängt daran,
Und es ringelt sich am Aste
Eine Schlange, und ich kann
Von den süßen Schlangenaugen
Nimmer wenden meinen Blick,
Und das zischelt so verheißend
Und das lockt wie holdes Glück!

Die andre spricht:

Dieses ist die Frucht des Lebens,
Koste ihre Süßigkeit,
Das du nicht so ganz vergebens
Lebtest deine Lebenszeit!
Schönes Kindchen, fromme Taube,
Kost’ einmal und zittre nicht –
Folge meinem Rat und glaube,
Was die kluge Muhme spricht
Achim von Arnim

O grüner Baum des Lebens

O grüner Baum des Lebens,
In meiner Brust versteckt,
Laß mich nicht flehn vergebens,
Ich habe dich entdeckt.
O zeige mir die Wege
Durch diesen tiefen Schnee,
Wenn ich den Fuß bewege,
So gleit' ich von der Höh'.

Ich bliebe dir gern eigen,
Ich gäb' mich selber auf, –
Willst du den Weg mir zeigen,
Soll enden hier mein Lauf?
Mein Denken ist verschwunden,
Es schlief das Haupt mir ein,
Es ist mein Herz entbunden
Von der Erkenntnis Schein.

Ich werd' in Strahlen schwimmen,
Aus dieses Leibes Nacht,
Wohin kein Mensch kann klimmen,
Mit des Gedankens Macht.
Es ward mein Sinn erheitert,
Die Welt mir aufgetan
Der Geist in Gott erweitert,

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