> Gedichte und Zitate für alle: Einführung und Inhalt in den Gedichtzyklus "Der ewige Tag" von Georg Heym

2013-11-16

Einführung und Inhalt in den Gedichtzyklus "Der ewige Tag" von Georg Heym




Obwohl G.Heym schon mit 25 Jahren bei einem Unfall ums Leben kam hat er ein beachtliches Lyrisches Werk hinterlassen und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Frühexpressionismus in Deutschland. 


Der Gedichtband "Der ewige Tag" erschien im Jahr 1911 und ist einer der ganz frühen Werke des Expressionismus. Der Gedichtband ist neben einen früheren Trauerspiel das einzige Werk was zu Lebzeiten des Dichters veröffentlicht wurde. 
Die Gedichte wurden zum größten Teil in den Jahren 1910/11 geschrieben jedoch einige wie z.b. "Der Tag" oder "Styx" sind aus früheren Jahren und sind stilmäßig den auslaufenden Jugendstil zuzuordnen. Auch einige Sonette lassen das Erbe des Jugendstils erahnen. 
Die meisten Gedichte sind jedoch unverkennbar expressionistisch. Schon das Eingangsgedichte "Berlin I" zeigt typische Züge dieser Stilrichtung. Im Eingangsvers heißt es:


Beteerte Fässer rollten von den Schwellen
Der dunklen Speicher auf die hohen Kähne.
Die Schlepper zogen an. Des Rauches Mähne
Hing rußig nieder auf die öligen Wellen.

Eine dunkle und abstoßende Szene wird aufgebaut die zum Schlußvers des Gedichts in starken Kontrast steht.


Wir ließen los und trieben im Kanale
An Gärten langsam hin. In dem Idylle
Sahn wir der Riesenschlote Nachtfanale.


Dieser Gegensatz, dkl. Szenerie in der Eingangsstrophe, und  die fast idyllische Schlußstrophe ist vielen Gedichten von G.Heym zu eigen.

Der Realität der Zivilisation wird etwas Fremdes und Gefährliches beigelegt und oft enden diese Gedichte in grotesken oder bizarren Szenen. Z.b. heißt es zum Anfang des Gedichts "Die Professoren" :

Zu vieren sitzen sie am grünen Tische,
Verschanzt in seines Daches hohe Kanten.
Kahlköpfig hocken sie in den Folianten,
Wie auf dem Aas die alten Tintenfische.


Nach weiteren befremdlichen und fast Angst erregenden Strophen endet das Gedicht völlig grotesk mit den Versen:

Doch plötzlich wächst ihr Maul. Ein weißer Sturm
Von Geifer. Stille dann. Und auf dem Rand
Wiegt sich der Paragraph, ein grüner Wurm.

In der Lyrik Heyms sind die agierenden Personen oft Bettler, Krüppel, Blinde, Irre usw. Leichname und Totenzüge scheinen die Welt zu bevölkern und überall verspürt der Leser eine Endzeitstimmung. Fast alle Gedichte der Sammlung handeln von Grauenerregenden oder erzählen von schrecklichen Dingen bzw. Geschehnissen so das Heym oft auch als ein "Priester der Schrecken" bezeichnet wird. Heym, Trakl und Stadler sind mit dieser Art von Gedichten Stilgebend für den Frühexpressionismus in Deutschland geworden.




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