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2013-11-24

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Das Lied vom Hasse (23)





Das Lied vom Hasse

Wohlauf, wohlauf, über Berg und Fluß
Dem Morgenrot entgegen!
Dem treuen Weib den letzten Kuß,
Und dann zum treuen Degen!
Bis unsere Hand in Asche stiebt,
Soll sie vom Schwert nicht lassen;
Wir haben lang genug geliebt,
Und wollen endlich hassen!

Die Liebe kann uns helfen nicht,
Die Liebe nicht erretten;
Halt Du, o Haß, Dein jüngst Gericht,
Brich Du, o Haß, die Ketten!
Und wo es noch Tyrannen gibt,
Die laßt uns keck erfassen;
Wir haben lang genug geliebt,
Und wollen endlich hassen!

Wer noch ein Herz besitzt, dem solles
Im Hasse nur sich rühren;
Allüberall ist dürres Holz,
Um unsere Glut zu schüren.
Die ihr der Freiheit noch verbliebt,
Singt durch die deutschen Straßen:
"Ihr habet lang genug geliebt,
O lernt endlich hassen!“

Bekämpfet sie ohne' Unterlaß,
Die Tyrannei, auf Erden,
Und heiliger wird unser Haß ,
Als unsere Liebe, werden.
Bis unsere Hand in Asche stiebt,
Soll sie vom Schwert nicht lassen;
Wir haben lang genug geliebt,
Und wollen endlich hassen!





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