> Gedichte und Zitate für alle: G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Die Jungen und die Alten (14)

2013-11-22

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Die Jungen und die Alten (14)





Die Jungen und die Alten

"Du bist jung, Du sollst nicht sprechen!
Du bist jung, wir sind die Alten!
Laß die Wogen erst sich brechen
Und die Gluten erst erkalten!

Du bist jung, Dein Tun ist eitel!
Du bist jung und unerfahren!
Du bist jung, kränz Deinen Scheitel
Erst mit unseren weißen Haaren!

Lerne, mein Lieber, erst entsagen,
Laß die Flammen erst verrauchen,
Laß Dich erst in Ketten schlagen,
Dann vielleicht kann man Dich brauchen!“

Kluge Herren! Die Gefangenen
Möchten ihres Gleichen schauen;
Doch, ihr Hüter des Vergangenen,
Wer soll denn die Zukunft bauen?

Sprecht, was sind euch denn verblieben,
Außer uns, für wackere Stützen?
Wer soll eure Töchter lieben?
Wer soll eure Häuser schützen?

Schmäht mir nicht die blonden Locken,
Nicht die stürmische Gebärde!
Schön sind eure Silberflocken,
Doch dem Gold gehört die Erde.

Schmähet, schmäht mir nicht die Jugend,
Wie sie auch sich laut verkündigt!
O wie oft hat eure Tugend
An der Menschheit still gesündigt!





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Einführung in die Dichtung

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