> Gedichte und Zitate für alle: G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: An die Zahmen (33)

2013-11-25

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: An die Zahmen (33)






An die Zahmen

Die ihr im Abendsäuseln schon
Des Herren Spur gewahrt,
Und denen er im Kräuseln schon
Der See sich offenbart --
O freut euch eurer Lose,
Und dankt und laßt mich gehen!
Im wilden Sturmgetose,
Im Feuer nur, wie Mose,
Mag ich den Herren sehen!

So Einer glücklich, sonn' er sich
In Frieden vor dem Haus;
Ich lobe mir den Donner, ich,
Des Sinai Gebraus.
Ich fühlees durch alle Nerven,
Durch alle Adern sprühn:
Ich möchte Speere werfen,
Ich möchte Klingen schärfen,
Und tatlos nicht verglühn.

Nicht mehr an Blumenhügeln möchte
Ich liegen auf der Wacht,
In eines Streithengsts Bügeln möchte
Ich wiegen mich zur Schlacht,
Nicht mehr im Mondschein wandeln,
Nicht länger schreiben mehr,
Ich möchte' nun einmal sandeln,
Ich möchte' nun einmal handeln --
Auf! bringt mir Fahnen her!

Laßt endlich das Geleier sein
Und rührt die Trommel nur!
Der Deutsche muß erst freier sein,
Dann sei er Troubadour.
Im Freiheitsfeuertranke
Werde unser Reich erfrischt,
Ihr ewiger Gedanke
Führe' unser Schwert, das blanke,
Wennes in die Feinde zischt!






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Einführung in die Dichtung

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