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2013-11-27

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Tief, tief im Meere sprach ...(65)





XXIX.

Tief, tief im Meere sprach einst eine Welle:
Wie glücklich müssen meine Schwestern leben,
Die droben strahlend auf und nieder schweben;
O dürfte ich einmal an des Tages Helle!

Wie sie gebeten, so geschah ihr schnelle,
Sie durfte aus dem dunkeln Schoß sich heben;
Doch kaum war ihr Ein Sonnenstrahl gegeben,
Lag sie schon sterbend an des Ufers Schwelle.

O mögen Alle doch ihr Schicksal loben,
Die still geheim des Lebens Kreis beschreiben
Und nie die Wut der offenen See erproben.

O mögen sie in tiefer Nacht verbleiben,
Und ihrer Keiner streben je nach oben,
Um mit den Winden auf den Sand zu treiben.




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Einführung in die Dichtung

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