> Gedichte und Zitate für alle: G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Wer ist frei? (4)

2013-11-22

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Wer ist frei? (4)







Wer ist frei?

Der ist allein ein freier Mann,
Und seiner sei gedacht,
Der sie sich selbst verdienen kann,
Die Freiheit in der Schlacht,
Der mit der eigenen Klinge
Sie holt herbei,
Der Mann istes, den ich singe,
Der Mann ist frei!

O wehe, wer dem Franken traut
Und ihn zu froh begrüßt;
Er bringt uns immer unsere Braut,
Wenn Er sie satt geküßt.
Noch gibtes in unseren Reihen
Pulver und Blei --
Darum laßt uns selber freien,
So sind wir frei!

Die Freiheit wohnt am Don und Belt,
Sie trinkt aus unserem Rhein,
Die Freiheit schläft im Wüstenzelt
Und glänzt im Sternenschein;
Doch muß man um sie werben,
Wo es immer sei,
Doch muß man für sie sterben,
Dann wird man frei!

Noch hat der Deutsche eine Hand
Und eine starke Wehr,
Gibt keinen Schritt vom Vaterland
Selbst für die Freiheit her;
Und die mit uns erheben
Solch Feldgeschrei,
Die sollen alle leben,
Denn sie sind frei!

Viel tausend Funken, Eine Glut,
Viel Herzen und Ein Schlag,
So harren wir gar wohlgemut
Bis an den jüngsten Tag;
Die Einheit muß verschlingen
Die böse Zwei,
Dann soll es donnernd klingen:
Deutschland ist frei!






alle Gedichte von Herwegh                                                                                   weiter


Einführung in die Dichtung

Keine Kommentare: