> Gedichte und Zitate für alle: G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: XIV. Auch ich wäre nach der süßen Ruhe lüstern (50)

2013-11-26

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: XIV. Auch ich wäre nach der süßen Ruhe lüstern (50)





XIV.

Auch ich wäre' nach der süßen Ruhe lüstern,
Auch ich möchte unter Blütenbäumen liegen,
Ein treues Liebchen in den Armen wiegen,
Stadt also mir das Leben zu verdüstern!

Ließ nur, wie sonst, der Lorbeer sich erflüstern,
Ließ nur, wie sonst, die Palme sich ersiegen,
Das Musenpferd muß jetzt zum Ziele fliegen
Mit wilderem Hufschlag, flammensprühenden Nüstern.

Die große Zeit zertrümmerte die Flöte,
Sie braucht Posaunen und den tiefsten Basso,
Und schwarze Nacht statt milder Abendröte.

Die Losung ist nun Dante, und nicht Tasso.
Was sollen uns noch Schiller oder Goethe?
Was soll uns gar der Pascha Semilasso?





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Einführung in die Dichtung

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