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2013-11-25

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Zuruf (36)






Zuruf

Schaut der Sonne Auferstehen!
Strahlend blickt sie in die Runde,
Strahlend, wie zur ersten Stunde,
Und hat vieler Jahre Leid gesehen.

Wiees auch stürme, haltet Stand,
Junge Herzen, unverdrossen!
Der ihn einstens ausgegossen,
Hat den Geist uns abermals gesandt.

Bald erschallt in Ost und West
Jubel, millionentönig;
Freiheit heißt der letzte König,
Und sein Reich bleibt ewig felsenfest.

Nimmer schwingt in unserem Haus
Der Kosake seine Knute,
Unsere deutsche Zauberrute
Schlägt noch manchen goldenen Frühling aus.

Junge Herzen, unverzagt!
Bald erscheint der neue Täufer,
Der Messias, der die Käufer
Und Verkäufer aus den Tempeln jagt.

Und die Götter nicht allein,
Schon der Mensch wird heilig leben,
Priester nur wirdes fürder geben,
Und kein Laie mehr auf Erden sein.

Doch wie Donner ist sein Gang,
Und er naht nicht unter Psalmen,
Und man streut ihm keine Palmen,
Der Messias kommt mit Schwerterklang.

Darum legt die Harfen ab!
Laßt darin die Windsbraut spielen!
Unser warten Thermopillen,
Perser -- und im Schatten manch ein Grab.






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