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2013-11-22

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Reiterlied (9)





Reiterlied


Die bange Nacht ist nun herum,
Wir reiten still, wir reiten stumm,
Und reiten ines Verderben.

Wie weht so scharf der Morgenwind!
Frau Wirtin, noch ein Glas geschwind
Vorm Sterben, vorm Sterben.

Du junges Gras, was stehst so grün?
Mußt bald wie lauter Röslein blüh'n,
Mein Blut ja soll Dich färben.
Den ersten Schluck, anes Schwert die Hand,
Den trinke ich, für das Vaterland
Zu sterben, zu sterben.

Und schnell den zweiten hinterdrein,
Und der soll für die Freiheit sein,
Der zweite Schluck vom Herben!
Dies Restchen -- nun, wem bringe iches gleich?
Dies Restchen Dir, o römisch Reich,
Zum Sterben, zum Sterben!

Dem Liebchen -- doch das Glas ist leer,
Die Kugel saust, es blitzt der Speer;
Bringt meinem Kind die Scherben!
Auf! in den Feind wie Wetterschlag!
O Reiterlust, am frühen Tag
Zu sterben, zu sterben!







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Einführung in die Dichtung

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