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2013-11-14

Th.Körner-Schwert und Leier: Abschied von Wien (16)







Abschied von Wien

1813

Lebe wohl! lebe wohl! -- Mit dumpfen Herzensschlägen
Begrüße ich dich, und folge meiner Pflicht,
Im Auge will sich eine Träne regen;
Was sträube ich mich? die Träne schmäht mich nicht. --
Ach! wo ich wandle, seies auf Friedenswegen,
Seies wo der Tod die blutigen Kränze bricht,
Da werden deine teuren Huldgestalten
In Liebe und Sehnsucht meine Seele spalten.

Verkennt mich nicht, Ihr Genien meines Lebens,
Verkennt nicht meiner Seele ernsten Drang.
Begreift die treue Richtung meines Strebens,
So in dem Liede, wie im Schwerterklang.
Es schwärmten meine Träume nicht vergebens;
Was ich so oft gefeiert mit Gesang,
Für Volk und Freiheit ein begeistert Sterben,
Laßt mich nun selbst um diese Krone werben.

Wohl leichter mögen sich die Kränze flechten,
Errungen mit des Liedes heiterem Mut:
Ein rechtes Herz schlägt freudig nach dem Rechten.
Die ich gepflegt mit jugendlicher Glut,
Laßt mich der Kunst ein Vaterland erfechten,
Und gälte es auch das eigene wärmste Blut. --
Noch diesen Kuß! und wenn_es der letzte bliebe,
Es gibt ja keinen Tod für unsere Liebe.




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