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2013-11-14

Th.Körner-Schwert und Leier: Durch! (15)






Durch!

1813

Wie dort im Nebelkranze
Voll finsterer Majestät
Die schwarze Wolkenschanze
Am Firmament steht.
Die Feuerkugeln sprühen,
Aus ihrem dunklen Schoß,
Und Zackenflammen glühen,
Und Donner brechen los.

Und vor dem Zorngerichte
Kniet armer Sünder Zahl:
"Herr Zebaoth! vernichte
„Nur nicht mein stilles Tal.
„Das ganze Volk erschlage,
„Rote die Menschheit aus,
„Nur laß mir meine Tage,
„Und mein Kind und mein Haus!“

O liegt nur im Gebete,
Feig in den Staub gebückt! --
Daß euch der Gott zertrete,
Der in den Blitzen zückt!
Die Glocke in dem Sturme,
Die zum Gebete ruft,
Lockt erst nach ihrem Turme
Die flammenschwangere Luft. --

Und eine andere Menge,
Steht dem Verderben nah,
Mit blitzendem Gepränge,
In Waffenrüstung da.
Wie sie noch ohne Grauen,
Ganz ruhig fürder ziehen,
Und nach den Blitzen schauen,
Die immer näher glühn.

Was soll das ewige Zaudern? --
Hier hilft nur rasche Tat,
Die kraftvoll ohne Schaudern,
Das Schlangenhaupt zertrat.
Soll euch die Rüstung schützen? --
Sonst wehrt sie wohl dem Streiche,
Jetzt ruft sie nach den Blitzen,
Ruft Rache über euch! --

Nein frisch! -- Ein freudig Siegen
Kommt nur nach heißer Schlacht! --
Seht ihr den Pfeil dort fliegen? --
Der bricht der Wolken Nacht.
Durch muß er, durch! -- der Bogen
Schonte die Sehne nicht;
Der Pfeil ist durchgeflogen,
Schwimmt nun im Sonnenlicht!

Durch, Brüder, durch! -- das werde
Das Wort in Kampf und Schmerz;
Gemeines will zur Erde,
Edles will himmelwärts! --
Soll uns der Sumpf vermodern? --
Was gilt der Wolkenbrand? --
Darum laßt den Blitz nur lodern,
Durch! -- dort ist es Vaterland!




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