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2013-11-15

Th.Körner-Schwert und Leier: Lützowes wilde Jagd (31)






Lützowes wilde Jagd

1813

Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?
Höre es näher und näher brausen.
Es zieht sich herunter in düsteren Reihn,
Und gellende Hörner schallen darein,
Und erfüllen die Seele mit Grausen.
Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt,
Das ist Lützowes wilde verwegene Jagd.

Was zieht dort rasch durch den finsteren Wald,
Und streift von Bergen zu Bergen?
Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,
Das Hurra jauchzt, und die Büchse knallt,
Es fallen die fränkischen Schergen.
Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt,
Das ist Lützowes wilde verwegene Jagd.

Wo die Reben dort glühen, dort braust der Rhein,
Der Wüterich geborgen sich meinte,
Da naht es schnell mit Gewitterschein,
Und wirft sich mit rüstigen Armen hinein,
Und springt ans Ufer der Feinde,
Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt,
Das ist Lützowes wilde verwegene Jagd.

Was braust dort im Tale die laute Schlacht,
Was schlagen die Schwerter zusammen?
Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht,
Und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht,
Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt,
Das ist Lützowes wilde verwegene Jagd.

Wer scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,
Unter winselnde Feinde gebettet? --
Es zuckt der Tod auf dem Angesicht,
Doch die wackeren Herzen erzittern nicht,
Das Vaterland ist ja gerettet!
Und wenn ihr die schwarzen Gefallenen fragt,
Das war Lützowes wilde verwegene Jagd.

Die wilde Jagd und die deutsche Jagd
Auf Henkers Blut und Tyrannen.
Darum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt,
Das Land ist ja frei und der Morgen tagt,
Wenn wir es auch nur sterbend gewannen,
Und von Enkeln, zu Enkeln sei es nachgesagt:
Das war Lützowes wilde verwegene Jagd.







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