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2013-11-15

Th.Körner-Schwert und Leier: Mißmut (26)





Mißmut 

Als ich bei Sandow lange Zeit die Ufer der Elbe bewachen
mußte

1813


Vaterland , du riefst den Sänger,
Schwelgend in der Tage Glück.
Blutig hassend deine Dränger,
Hielt nicht Lied und Liebe länger
Seiner Seele Sturm zurück.
Und er brach mit wundem Herzen
Aus der Freunde Reihn,
Tauchte in der Trennung Schmerzen, --
Und war dein.

Tränend hat er oft die Blicke
Zur Vergangenheit gesandt,
Auf des Lieds melodischer Brücke
Stieg der Geist zum alten Glücke
In der Liebe goldenes Land.
Ach er schwärmte nur vergebens,
Denn der Stunden rohe Hast
Warf ihn in den Lärm des Lebens,
Sturmgefaßt.

Doch was soll er im Gedränge
Ohne Schlachten Morgenrot?
Gib die friedlichen Gesänge,
Oder gib des Krieges Strenge
Gib mir Lieder, oder Tod.
Laß mir der Begeisterung Tränen,
Laß mir meine Liebes-Nacht,
Oder wirf mein freudig Sehnen
In die Schlacht! --

Um mich donnern die Kanonen,
Ferne Zimbeln schmettern drein;
Deutschland wirft um seine Kronen,
Und hier soll ich ruhig wohnen
Und des Stromes Wächter sein?
Soll ich in der Prosa sterben? --
Poesie, du Flammenquell,
Brich nur los mit leuchtendem Verderben,
Aber schnell!







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