> Gedichte und Zitate für alle: Th.Körner-Schwert und Leier: Trost (14)

2013-11-14

Th.Körner-Schwert und Leier: Trost (14)






Trost 

Ein Rundgesang 

1813

Wie wir so treu beisammen stehen
Mit unverfälschtem Blut!
Der Feierstunde heilig Wehen
Schwellt meinen jungen Mut.
Es treibt mich rasch zum Liede fort,
Zum Harfensturm hinaus,
Im Herzen lebt ein kühnes Wort, --
Was giltes, ich spreche es aus.

Die Zeit ist schlimm, die Welt ist karg,
Die Besten weggerafft,
Die Erde wird ein großer Sarg
Der Freiheit und der Kraft.
Doch Mut! -- Wenn auch die Tyrannei,
Die deutsche Flur zertrat,
In vielen Herzen, still und treu,
Keimt noch des Guten Saat.

Verschüchtert durch den blutigen Ruhm
Und durch der Schlachten Glück,
Flohen zu der Seele Heiligtum,
Die Künste scheu zurück.
Sind auch die Täler jetzt verwaist,
Wo sonst ihr Tempel war,
Es bleibt doch jeder reine Geist
Ihr ewiger Altar.

Und Freundestreue und Wahrheit gilt
Noch eine heilige Pflicht.
Sieh, wie der Giesbach brausend schwillt! --
Du rufst; mich schreckt er nicht.
Und läge es vor mir wolkenweit
Und sternhoch über mir,
Beim Gott! ich halte meinen Eid!
Schlag ein! ich folge dir!

Und Frauenunschuld, Frauenlieb,
Steht noch als höchstes Gut,
Wo deutscher Ahnen Sitte blieb,
Und deutscher Jünglings-Mut.
Noch trifft den Frevler heiliger Bann,
Der diesen Zauber stört;
Wer für sein Liebe nicht sterben kann,
Ist keines Kusses wert.

Auch du hast noch nicht ausgeflammt
Du heilige Religion!
Was von der ewigen Liebe stammt,
Ist zeitlich nicht entflohen.
Das Blut wäscht die Altäre rein,
Die wir entheiligt sehen.
Die Kreuze schlägt man frevelnd ein,
Doch bleibt der Glaube stehen.

Und noch regt sich mit Adlers Schwung
Der vaterländische Geist
Und noch lebt die Begeisterung,
Die alle Ketten reißt.
Und wie wir hier zusammenstehen
In Lust und Liebe getaucht,
So wollen wir uns wieder sehen
Wenn es von den Bergen raucht.

Dann frisch Gesellen, Kraft und Mut,
Der Tag der Rache kommt,
Bis wir sie mit dem eigenen Blut
Vom Boden weggeschwemmt. --
Und du im freien Morgenrot
Zu dem die Hymne stieg,
Du führe uns, Gott, wäre_es auch zum Tod,
Führe nur das Volk zum Sieg!








Einführung Schwert und Leier                                                                               weiter   


alle Gedichte von T.Körner   

Keine Kommentare: