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2013-12-13

August v.Platen-Sonette-Inhalt und Einführung




Innerhalb dieser Sammlung von Sonetten Platens finden sie am Ende dieser Seite die sogenannten "Sonette aus Venedig." Im Jahr 1824, 2 Jahre vor seiner Emigration nach Italien, hatte Platen sich erstmals in der Stadt aufgehalten. Die Stadt hat den Dichter tief beeindruckt so das er nur mit Widerwillen nach Deutschland zurückkehrte. Die Bauwerke, der Markusplatz und die Paläste sowie Kirchen hatten einen bleibenden Eindruck bei Platen hinterlassen. Trotzdem hat der Dichter durchaus zwischen altem Glanz und der Gegenwart zu unterscheiden gewußt.


Venedig liegt nur noch im Land der Träume
Und wirft nur Schatten her aus alten Tagen
Es liegt der Leu der Republik erschlagen,
Und öde feiern seines Kerker Räume.

Platen trauert in diesem Sonett der vergangenen Zeit und Größe nach und bedauert in einen weiteren Sonett den Verfall von Venedig.

Venedig fiel, wiewohl 's getrotzt Äonen,
Das Rad des Glücks kann nichts zurückbewegen:
Öd ist der Hafen, wen'ge Schiffe legen
Sich an die schöne Riva der Sklavonen.

Wie hast du sonst, Venetia, geprahlet
Als stolzes Weib mit goldenen Gewändern,
So wie dich Paolo Veronese malet!


Das Sonett hat Platen nach seiner Heimkehr nach Deutschland geschrieben und deutlich spürt der Leser die bedrückte Stimmung des Dichters nach seiner Rückkehr nach Deutschland. 
Der Besuch Venedigs war sicher ein Höhepunkt im Leben Platens und er schreibt in seinem Tagebuch: "Ich befinde mich in einem sonderbaren Zustande, den ich nicht zu definieren weiß. Venedig zieht mich an, ja es hat mich mein ganzes früheres Leben und Treiben vergessen lassen, so daß ich mich in einer Gegenwart ohne Vergangenheit befinde."


Ich fühle Woch an Woche mir verstreichen,
Und kann mich nicht von dir, Venedig, trennen:
Hör ich Fusina, hör ich Mestre nennen,
So scheint ein Frost mir durch die Brust zu schleichen.

Stets mehr empfind ich dich als ohnegleichen,
Seit mir's gelingt, dich mehr und mehr zu kennen:
Im Tiefsten fühl ich meine Seele brennen,
Die Großes sieht und Großes will erreichen.

Welch eine Fülle wohnt von Kraft und Milde
Sogar im Marmor hier, im spröden, kalten,
Und in so manchem tiefgekühlten Bilde!

Doch um noch mehr zu fesseln mich, zu halten,
So mischt sich unter jene Kunstgebilde
Die schönste Blüte lebender Gestalten.






Platen Sonette


12.Dies Land der Mühe, dieses Land des herben
13.Weil da, wo Schönheit waltet, Liebe waltet
14.Wenn auch getrennt die Körper sind, zu dringen
15.Wenn du vergessen kannst und kannst entsagen
16.Wenn einen Freund suchst du fürs ganze Leben
17.Wenn tiefe Schwermut meine Seele wieget
18.Wenn ich soviel Kälte dir verzeihe
19.Wenn unsre Neider sich auch vereinen
20.Wer hätte nie von deiner Macht erfahren
21.Wer in der Brust ein wachsendes Verlangen
22.Wer möchte sich um einen Kranz bemühen
23.Wer wußte das Leben recht zu fassen
24.Wies auch die Tadler an mir tadeln mögen
25.Wie schwillt das Herz von seligen Genügen
26.Sonette dichtet mit edlem Feuer
27.Venedig
28.Dies Labyrinth von Brücken und von Gassen
29.Wie lieblich ists, wenn sich der Tag verkühlet
30.Nun hab ich diesen Taumel überwunden
31.Venedig liegt nur noch im Land der Träume
32.Erst hab ich weniger auf dich geachtet
33.Es scheint ein langes, ewges Ach zu wohnen
34.Ich fühle Woch an Woche mir verstreichen
35.Hier wuchs die Kunst wie eine Tulipane
36.Ihr Maler führt mich in das ewge Leben
37.Zur Wüste fliehend vor dem Menschenschwarme
38.Hier seht ihr freilich keine grünen Auen
39.O, süßer Tod, der alle Menschen schrecket
40.O süßer Lenz, beflügle deine Schritte
41.Schön wie der Tag und lieblich wie der Morgen
42.Qualvolle Stunden hast du mir bereitet
43.Um meinen Schmerz im Sillen zu verwinden
44.Wann werd ich dieses Bangen überwinden
45.Nie hat ein spätres Bild dein Bild vernichtet
46.Was will ich mehr, als flüchtig dich erblicken
47.Was kann die Welt für unser Glück empfinden
48.Shakespeare in seinen Sonetten
49.Nicht aus Begier und Genuß gewoben
50.Nach langer Arbeit Glücklichen Vollbringen
51.Man schilt mich stolz, doch hats mich nie verdrossen
52.Ich möchte, wenn ich sterbe, wie die lichten
53.Hier, wo von Schnee die Alpen Gipfel glänzen
54.Es sei gesegnet wer die Welt verachtet
55.Es sehnt sich ewig dieser Geist ins Weite
56.Entschuldigungen wirst du kaum bedürfen
57.Entledge dich von jenen Ketten allen














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