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2013-12-14

August v.Platen-Sonette: An schelling 2 (3)




An Schelling

Gebeut nicht auch im Königreich des Schönen,
Wer immer König ist im Reich des Wahren?
Du siehst sie beide sich im Höchsten paaren,
Gleich in einander wie verlornen Tönen.

Du wirst die kleine Gabe nicht verhöhnen,
Wirst diese morgenländisch bunten Scharen
In ihrer Bilderfülle gern gewahren
Und gerne dich an ihren Klang gewöhnen.

Zwar auf den Blüten eines fernen Landes
Schweb ich nur flüchtig, Gleich dem Schmetterlinge,
Vielleicht genießend eines eitlen Tandes.

Du aber tauchst die heil'ge Bienenschwinge
Herab vom Saum des Weltenblumenrandes
In das geheimnisvolle Wie der Dinge.
 Anstimmen darf ich ungewohnte Töne,
Da nie dem Halben ich mein Herz ergeben:
Der Kunst gelobt ich ganz ein ganzes Leben,
Und wenn ich sterbe, sterb ich für das Schöne.

Doch wünsch ich, daß man Bessere bekröne,
Mich aber ziehen lasse, wo ich neben
Dem Höchsten lernen kann, nach Hohem streben,
Ja, daß man mir mein Vaterland verpöne!

Ich lieb es drum in keinem Sinne minder,
Da stets ich mich in seinem Dienst verzehre,
Doch wär ich gern das fernste seiner Kinder.

Geschieht's, daß je den innern Schatz ich mehre,
So bleibt der Fund, wenn längst dahin der Finder,
Ein sichres Eigentum der deutschen Ehre.







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