> Gedichte und Zitate für alle: Fabeln d. Aufklärung-T3-Prometheus und Jupiter v.J.H.Merck (58)

2013-12-18

Fabeln d. Aufklärung-T3-Prometheus und Jupiter v.J.H.Merck (58)




Prometheus und Jupiter

Von seinem großen Werk ermüdet und verdrossen
Kehrt zu des Jovis Thron Prometheus jetzt zurück.
Ihm rufet Zeus: „So ist der Schöpfung Werk beschlossen?
So steht der .Mensch, dein Meisterstück?“
„ Ja “ , rief Prometheus ihm zurück:
„Er lebt und schmeckt des Lebens Glück.
Sein Mut droht trotzenden Gefahren,
Umsonst versammeln sich bei Scharen
Die Pest, der Hunger und der Tod.
Nie wird es ihnen boshaft glücken,
Des Menschen Geist zu unterdrücken.
Nur eins ist seinem Wesen Not.
Er kann das Ungemach ertragen,
Nur nicht des Wohlstands Last in den beglückten Tagen.
Dies mußt du gnädig ihm verleihn.“
„Nein“ , fiel der große Zeus ihm ein:
„Dies einzig und allein behalt ich mir in Händen.
Nie werd’ ich es dem menschlichen Geschlecht
Als ein gemein Geschenk verschwenden.
Es sei ein unentheiligt Recht
Der Edlen, die schon längst im Weg der Tugend wandeln
Und unbemerkt und still nach ihren Pflichten handeln.“

Ende



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