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2013-12-19

Gedichte v. J.W.von Goethe: An Friedrich Wilhelm Goller (16)




An Friedrich Wilhelm Goller

Mit einem Exemplar des Götz

Schicke dir hier den alten Götzen,
Magst ihn zu deinen Heilgen setzen
Oder magst ihn in die Zahl
Der Ungeblätterten stellen zumal,
Hab’s geschrieben in guter Zeit,
Tags, Abends und Nachts Herrlichkeit,
Und find’ nicht halb die Freud’ so mehr,
Da nun gedruckt ist ein großes Heer.
Find’, daß es wie mit den Kindern ist,
 Da doch wohl immer die schönste Frist
Bleibt, wenn man in der schönen Nacht
Sie hat der lieben Frau gemacht;
Das andre geht dann seinen Gang
Und Rechnen,Wehn und Tauf’ und Sang,
Mögt euch nun auch ergötzen dran,
So habt ihr doppelt wohlgetan.
Magst, wie ich höre, dann allda
Agieren, tragieren Komödia
Vor Stadt und Land und Hof und Herrn;
Die sähn das Schattenspiel wohl gern.
So such’ dir denn in deinem Haus
Einen recht tüchtigen Bengel aus,
Und gib ihm die Roll’ von meinem Götz,
In Panzer, Blechhaub’ und Geschwätz.
Dann nimm den Weisling vor dich hin,
In Pumphos’, Kragen und stolzem Kinn,
Mit Spada wohl nach Spanier Art,
Mit Weitnaslöchern, Stützleinbart,
Und sei ein Falscher an den Frauen,
Laß dich zuletzt vergiftet schauen.
Und bring’, da hast du meinen Dank,
Mich vor die Weiblein ohn’ Gestank!
Mußt alle garstgen Worte lindern,
Aus Scheißkerl Schurken, aus Arsch mach Hintern,
Und gleich’ das alles so fortan,
Wie du’s wohl ehmals schon getan.






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Jugendlyrik Goethes

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