> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte v. J.W.von Goethe: Lied des physiognomischen Zeichners (127)

2013-12-24

Gedichte v. J.W.von Goethe: Lied des physiognomischen Zeichners (127)





Lied des physiognomischen Zeichners

O daß die innre Schöpfungskraft
Durch meinen Sinn erschölle,
Daß eine Bildung voller Saft
Aus meinen Fingern quölle!
Ich zittre nur, ich stottre nur,
Ich kann es doch nicht lassen,
Ich fühl’, ich kenne dich, Natur,
Und so muß ich dich fassen.
Wenn ich bedenk’, wie manches Jahr
Sich schon mein Sinn erschließet,
Wie er, wo dürre Heide war,
Jetzt Freudenquell genießet,
Da ahnd’ ich ganz, Natur, nach dir,
Dich frei und lieb zu fühlen,
Ein lust’ger Springbrunn wirst du mir
Aus tausend Röhren spielen,
Wirst alle deine Kräfte mir
In meinem Sinn erheitern
Und dieses enge Dasein hier
Zur Ewigkeit erweitern.





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Jugendlyrik Goethes

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