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2013-12-27

Gedichte v. J.W.von Goethe: Sehnsucht, Sorge, Sprache (160)






Sehnsucht

Dies wird die letzte Trän’ nicht sein,
Die glühend Herz-auf quillet,
Das mit unsäglich-neuer Pein
Sich schmerzvermehrend stillet.

O laß doch immer hier und dort
Mich ewig Liebe fühlen,
Und möcht’ der Schmerz auch also fort
Durch Nerv und Adern wühlen.

Könnt’ ich doch ausgefüllt einmal
Von dir, o Ew’ger, werden!
Ach, diese lange tiefe Qual,
Wie dauert sie auf Erden!

Sorge

Kehre nicht in diesem Kreise
Neu und immer neu zurück!
Laß, o laß mir meine Weise,
Gönn, o gönne mir mein Glück!
Soll ich fliehen? Soll ich’s fassen?
Nun, gezweifelt ist genug.
Willst du mich nicht glücklich lassen,
Sorge, nun so mach mich klug!

Sprache

Was reich und arm! Was stark und schwach!
Ist reich vergrabner Urne Bauch?
Ist stark das Schwert im Arsenal ?
Greif milde drein, und freundlich Glück
Fließt, Gottheit, von dir aus!
Fass’ an zum Siege, Macht, das Schwert,
Und über Nachbarn Ruhm!





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Jugendlyrik Goethes

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