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2013-12-27

Gedichte v. J.W.von Goethe: Stiftungslied (161)






Stieftungslied

Was gehst du, schöne Nachbarin,
Im Garten so allein?
Und wenn du Haus und Felder pflegst,
Will ich dein Diener sein.

Mein Bruder schlich zur Kellnerin
Und ließ ihr keine Ruh.
Sie gab ihm einen frischen Trunk
Und einen Kuß dazu.

Mein Vetter ist ein kluger Wicht,
Er ist der Köchin hold.
Den Braten dreht er für und für
Um süßen Minnesold.

Die sechse, die verzehrten dann
Zusammen ein gutes Mahl,
Und singend kam ein viertes Paar
Gesprungen in den Saal.

Willkommen! und Willkommen auch
Fürs wackre fünfte Paar,
Das voll Geschieht’ und Neuigkeit
Und frischer Schwänke war.

Noch blieb für Rätsel, Witz und Geist
Und feine Spiele Platz;
Ein sechstes Pärchen kam heran,
Gefunden war der Schatz.

Doch eines fehlt’ und fehlte sehr,
Was doch das Beste tut.
Ein zärtlich Pärchen schloß sich an,
Ein treues - nun war’s gut.

Gesellig feiert fort und fort
Das ungestörte Mahl,
Und eins im ändern freue sich
Der heil’gen Doppelzahl.





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Jugendlyrik Goethes

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