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2013-12-29

Gedichte von A.Kopisch : Der Weinkobold (15)





Der Weinkobold

Ich glaub, es muß von meinem Wein
Im Keller was gestohlen sein.
Das Faß war gar so mächtig,
Es war bis oben schwippevoll,
Nun ist es wie ein Sieb so hohl,
Das Ding ist mir verdächtig.
Wie, wenn’s vielleicht ein Kobold wär?
Denn die sind hinterm Weine her!

Kuckt, kuckt im Keller auf und ab
Nach jedem Tipp und jedem Tapp!
Wart, wart! Wenn ich was finde,
So hol’ ich den Magister, der
Exorcisirt dich kreuz und quer,
Und wandelt dich geschwinde,
Er wandelt dich in eine Maus,
Dann jag ich dich zum Keller 'raus!

Der Kobold lacht: O thu das nicht,
Ich bin im ganzen Keller nicht,
Ich sitz in deinem Leibe.
Besinn’ dich: bis aufs letzte Glas
Trankst selber du das letzte Faß
Mit mir zum Zeitvertreibe!
Schaff du nur wieder neuen Wein,
Ich geb dir wieder Schwänkchen ein!

Und ist es so, so ist es recht.
Ein lust’ger Kobold ist nicht schlecht,
Laß uns zusammen bleiben!
Giebst du mir gute Schwänkchen ein,
So trink mit mir von jedem Wein,
Ich will dich nicht vertreiben!
Der Kobold trinkt, juchhe! und springt
In jedem, der dies Liedchen singt.







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