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2013-12-18

Gedichte von J.W.v.Goethe: An den Herzog Karl August (10)





An den Herzog Karl August

Durchlauchtigster! Es nahet sich
Ein Bäuerlein demütiglich,
Da Ihr mit Euerm Roß und Heer
Zum Schlosse tut stolzieren sehr.
Gebt auch mir einen gnädgen Blick!
Das ist schon Untertanen-Glück;
Denn Haus und Hof und Freud’ und Leid
Hab’ ich schon seit geraumer Zeit.
Haben Euch sofern auch lieb und gern,
Wie man eben lieb hat seinen Herrn,
Den man wie unsern Herrgott nennt
Und ihn auch meistens nicht besser kennt.
Geb’ Euch Gott allen guten Segen,
Nur laßt Euch uns sein angelegen;
Denn wir bäurisch treues Blut
Sind doch immer Euer bestes Gut,
Und könnt Euch mehr an uns erfreun
Als am Park und an Stutereien.
Dies reich ich Euch im fremden Land
Bliebe auch übrigens gern unbekannt. ’
Zieht ein und nehmet Speis’ und Kraft
Im Zauberschloß in der Nachbarschaft
Wo eine gute Fee regiert,
Die einen goldnen Szepter führt
Und um sich eine kleine Welt
Mit holdem Blick beisammenhält.




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Jugendlyrik Goethes

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