> Gedichte und Zitate für alle: G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Der Gefangene (81)

2013-12-01

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Der Gefangene (81)




XLV.

Der Gefangene

Der uns die Freiheit einst so kühn gelehrt,
Hört ihr ihn hinter jenem Gitter wohl,
Dran spottend noch des Glaubens rauh Symbol,
Manch eisern Kreuz, das ihm die Flucht verwehret?

Das also ist der Lohn, der ihm beschert
Wurde von dem angebeteten Idol?
Die Wangen blaß, die Augen trüb und hohl,
Die Augen, die er -- nicht zum Himmel kehret.

Seit Jahren sah er keine Wolke schweben,
Seit Jahren kein Gestirn in blauer Ferne
Die goldene, taubeglänzte Schwinge heben.

Die Erde -- ach! er ließ' sie Euch so gerne;
Doch sprecht, ihr Herrn, wer hat Euch Macht gegeben,
Die Hand zu legen auf des Himmels Sterne?






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Einführung in die Dichtung

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