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2013-12-01

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Nach langen Ringen..(83)





XLVII.

Nach langem Ringen ist der Tag gewichen;
Ein reizend Weib im leichten Silberflor,
Tritt Luna hinter dem Gebirge vor,
Der Ostwind ist ihr neckend nachgestrichen.

Und eine bunte Schar von wunderlichen
Gestalten taucht vor meinem Blick empor,
Sie kommen zaghaft, wie ein Mädchenchor,
Und wie auf Zehn zu mir angeschlichen.

Ein Rauschen naht von tausend, tausend Schwingen,
Ich fühle, wie Geister meine Stirn küssen
Und mir die Hände legen auf das Haupt.

Ich höre die Sterne aus den Lüften singen:
"Wohl dem, den wir noch wachen Auges begrüßen,
Der an die Nacht, die heilige, noch glaubt!“





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Einführung in die Dichtung

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