> Gedichte und Zitate für alle: G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Erreichbar nur dem Sturm...(80)

2013-12-01

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Erreichbar nur dem Sturm...(80)





XLIV.

Erreichbar nur dem Sturm und Sonnenbrand,
Von keines Wandrers Fuße umgebogen,
In scheuen Kreisen nur vom Aar umflogen,
Wie ein Johannes in der Wüsste, stand

Ein Blümchen einst auf kahler Alpenwand;
Der Himmel hatte, doppelt ihm gewogen,
Es seinem Herzen näher auferzogen,
Doch nur mit Klagen schaute es in das Land.

"Warum, o Gott, in eines Felsen Schoß?
Warum, o Gott, mir solch ein einsam Los?
Was sterbe ich nicht in holder Schwestern Mitten?”

Still, meine Blume, still! Was klagst Du noch?
Wohl bist Du einsam, aber sicher doch
Vor Menschenhänden und vor Menschentritten.






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Einführung in die Dichtung

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