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2013-12-01

G.Herwegh-Gedichte eines Lebendigen: Grabschrift (88)






LII.

Grabschrift

Sein oder Nichtsein ist hier keine Frage;
Ich bin gewesen, was ich konnte sein.
Kein Schelm und Schuft, bei Gott! ein Narr allein,
Der auch sein Lämpchen brannte' am hellen Tage.

Kein Turner, aber doch von deutschem Schlage;
Und wäre mein Vers wie meine Hände, rein,
So ruhte dies dichterlich Gebein
Dereinst in einem stolzen Sarkophage.

Ich nahm das Leben für ein Würfelspiel,
Das Keinem seine stete Gunst geschworen,
Doch oft hatte ich der Augen noch zu viel;

Ich trieb es, ein Tor, wie tausend andere Toren,
Und, glücklicher als weiland Freund Schlemihl,
Habe niemals meinen Schatten ich verloren.






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Einführung in die Dichtung

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