> Gedichte und Zitate für alle: P.Dehmel-Das liebe Nest: Räuber und Prinzessin 3 (103)

2013-12-16

P.Dehmel-Das liebe Nest: Räuber und Prinzessin 3 (103)




Zweite Szene

Pumpfia, König.


Pumpfia:

Wo bist du denn, mein Väterchen,
mein süßer Pumps, mein Käterchen?

König:

Wer stört mir meine Ruh im Grase?
Ach, Du bist's, kleine Stumpelnase.

Pumpfia:

Papa, ich bring dein Leibgericht,
Bratkartoffeln! riechst du's nicht?
Ich briet sie selbst, ist das nicht nett?
mit Liebe und mit Hammelfett;
und machte Klopse dir zulieb,
vom Fleisch, das gestern übrig blieb.
König (essend)
Ich danke dir, mein Herzensmops,
für die Kartoffeln und den Klops.

Pumpfia:

Papa, ich bin bald zwanzig Jahre
und kriege nächstens graue Haare;
ich mach mich immer wunderschön,
allein kein Freier läßt sich sehn.
Ich krieg am End gar keinen Mann;
was fang ich alte Jungfer an?
(Sie weint.)
König:

So liebe mich, mein süßes Kind!
Heiraten geht nicht so geschwind.

Pumpfia:

Ach doch, Papa, 's geht ganz bequem.
Wenn doch ein Prinz, ein trauter, käm!
(weint stärker.)

König:

Mein Pümpfchen, tröste dich bis morgen,
da will ich dir 'nen Mann besorgen.
Pumpfia
(fällt ihm um den Hals):

Du guter einziger Papa,
ich sag gewiß zu allen ja.

König:

Leb wohl, ich muß zur Konferenz;
es ist nicht gut, wenn ich die schwänz.
(König ab.)






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Inhalt und Einführung in "Das liebe Nest"

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