> Gedichte und Zitate für alle: Liebesgedichte i.d.Literaturepochen T1 Barock: Hoffmannswaldau: Er liebt vergebens (15)

2014-01-30

Liebesgedichte i.d.Literaturepochen T1 Barock: Hoffmannswaldau: Er liebt vergebens (15)




Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau

Er liebt vergebens

Ich finde keinen rath/ die liebe wächst alleine/
Und wenig neben mir/ es sey denn meine noth/
Die brunst bestricket mich/ warum nicht auch der tod?
Frist jene marck und fleisch/ so fresse der die beine.
Was aber hilfft mein wunsch/ was hilffts mich/ daß ich weine?
Der tod hört nicht vielmehr/ als sonst der liebes-gott/
Wo solte meine qual und meines lebens spott
Nun besser seyn bedeckt/ als unter einem steine?
Und bin ich endlich todt/ vergraben und verscharrt/
So schwatzt die grabschrifft noch/ daß dieser mensch genarrt/
Und sagt: Hier liegt ein narr/ und läst nicht wenig erben.
Ach! daß den schwartzen leib das erste wasser-bad/
So mir die mutter gab/ nicht bald ersäuffet hat/
So dörfft ich ietzt allhier nicht wie ein narr verderben.

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