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2014-01-06

Trinklieder-u.Weinlieder- J.W.Gleim: Die Nachbarin (16)





Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Die Nachbarin

Der Nachbar:

Es ist doch meine Nachbarin
Ein niedlich muntres Weib;
Sie macht mir, wenn ich bei ihr bin,
Recht schönen Zeitvertreib,
Das aber, was mir nicht gefällt,
Ist, das der Mann stets Wache hält;
Jedoch, ich habe Wein!
Ja, Wein, du Freund der Liebe du!
Dich trink ich ihm im vollen zu,
Und trinkend schläft er ein.

Der Mann:

Mein Nachbar schickt ohn Unterlaß
Mir seinen guten Wein?
O Nachbar, warum tust du das?
O Nachbar, du bist fein!
Doch, ich bin feiner noch, als du;
Von deinem Wein trink ich dir zu,
Und habe guten Mut;
Und eh ich Hörnerträger bin,
Vertrinkst du mit vergnügtem Sinn
Bei mir dein Hab und Gut.

Die Frau:

Mein Schatz, betrüge doch nicht so
Den guten Nachbarsmann;
Sein guter Wein macht dich zwar froh,
Allein gedenk daran;
Es ist doch Sünde, laß es sein,
Bezahl ihm seinen guten Wein,
Laß dein Gewissen ruhn!
Und wenn du nicht die Bitt erfüllst;
Und wenn du nicht bezahlen willst;
So sprich: Soll ich es tun?




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