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2014-02-04

Gedichte von J.v.Eichendorff: Der Riese (23)



Der Riese

Es saß ein Mann gefangen,
Auf einem hohen Turm,
Die Wetterfähnlein klangen
Gar seltsam in den Sturm.

Und draußen hört’ er ringen
Verworrner Ströme Gang,
Dazwischen Vöglein singen
Und heller Waffen Klang.

Ein Liedlein scholl gar lustig:
Heisa, so lang Gott will!
Und wilder Menge Tosen;
Dann wieder totenstill.

So tausend Stimmen irren,
Wie Wind’ im Meere gehn,
Sich teilen und verwirren,
Er konnte nichts verstehn.

Doch spürt’ er, wer ihn grüße,
Mit Schaudern und mit Lust,
Es rührt’ ihm wie ein Riese
Das Leben an die Brust.



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