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2014-02-17

Gedichte von K.Tucholsky: Streikjustiz (66)




Streikjustiz

Du siehst sie durchs Gefilde hupfen:
die Wangen angenehm verpudert,
frech, nicht mehr jung, und auch verludert,
verschminkt. . . zwei rosarote Tupfen . . .

Die Waage wackelt hin und her.
Das Schwert - mein Gott - es ist aus Pappe,
sie trägt es scherzhaft als Attrappe,
ein eisernes ist ihr zu schwer.

Sie richtet so! O ja - man sieht’s!
die schwarzen, hohen Stöckelschuhe
zertrampeln alles - schaffen Ruhe.
So tänzelt Fräulein Streikjustiz.

Es raschelt des Talars Frou-Frou . . .
- »Du trugst doch früher eine Binde?«
- »Die hab ich noch! Dem, den ich finde,
schnür ich damit die Kehle zu!« —



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