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2014-02-12

Gedichte von R.M.Rilke: Falter und Rose (98)




Falter und Rose

Ein Falter, der begehrte
Die Rose. Loser Knab’!
Die Rose aber wehrte
Sein stürmisch Werben ab.
Und wie er fort auch mühte sich,
Und keinen Deut die Blüte wich, —
. . . . Ei, hüte dich!

’s war eine Wasserrose,
Die ihm so gut gefiel. —
Jetzt trotzte er im Moose,
Gab scheinbar auf sein Spiel.
Doch sann der kleine Wüterich:
Bis nur der Tag verglühte sich,
. . . Dann hüte dich.

Und als die Nacht vom Hügel
Herabstieg, — voll Begier
Spannt er die Pracht der Flügel
Und flatterte zu ihr . . . . .
Doch sein Triumph verfrühte sich! —
Es schloß ganz leis’ die Blüte sich,
Jetzt — hüte dich.




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