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2014-02-26

H.H.v.Fallersleben-Unpolitsche Lieder: Gott sei der armen Seele gnädig (79)



Gott sei der armen Seele gnädig!

Der Herr von Leib regieret jetzt,
Ein ganz gewaltiger Mann,
Er ist gar wert und hochgeschätzt,
Und bleibt es auch fortan,
Denn viele Millionen sind
Ihm untertan mit Weib und Kind.

Frau Seele schaffet Tag und Nacht,
Das arme gute Weib,
Gräbt edles Erz aus manchem Schacht
Und nur für Herrn von Leib,
Denn Herr von Leib das ist der Staat,
Ihr wisst schon, was der nötig hat.

So wird in Kriegs- und Friedenszeit
Sein teures Haupt bewacht,
Und zwar in Glanz und Herrlichkeit,
Weiles ihm Vergnügen macht;
Und dies Vergnügen kennt kein Ziel
Und kostet viel, ja viel viel viel.

Manch junger Held erhält viel Geld,
Bloß weil er Wache steht
Und sorglos durch die Friedenswelt
In Uniformen geht.
Darum zieh den bunten Rock auch an,
Du Seele, und werde ein Kriegesmann!



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