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2014-02-24

H.H.v.Fallersleben-Unpolitsche Lieder: Katten (9)




Katten

Ut primum adoleverint, crinem barbamque
submittere, nec nisi hoste caeso exuere
votivum obligatumque virtuli oris habitum.
ignavis et imbellibus manet squator.
Tacitus de Germ. cap. 31.

Sitte wares in alten Tagen
Bei der edlen Chattensschaar:
Bis man einen Feind erschlagen,
Ließ man wachsen Bart und Haar.

Auch noch heute gibt es Katten,
Die mit langen Bärten gehen,
Weil sie noch das Glück nicht hatten,
Irgend einen Feind zu sehen. --

Wo die meisten Feinde waren,
Drang der Chatte wild hinein,
Von des Leibes Feigheitshaaren
Wollte er zeitig sich befreien.

Wir auch haben heute Katten,
Die mit langen Bärten gehen,
Doch sie wollen auch den Schatten
Eines Feindes nicht mal sehen.



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