> Gedichte und Zitate für alle: S.George-Der siebente Ring: Trauer I bis III (53)

2014-02-19

S.George-Der siebente Ring: Trauer I bis III (53)





TRAUER I

So wart bis ich dies dir noch künde:
Dass ich dich erbete – begehre.
Der tag ohne dich ist die sünde ·
Der tod um dich ist die ehre.

Wenn einen die Finstren erlasen:
So schreit ich die traurige stufe.
Die nacht wirft mich hin auf den rasen.
Gib antwort dem flehenden rufe ...

›Lass mich in die himmel entschweben!
Du heb dich vom grund als gesunder!
Bezeuge und preise mein wunder
Und harre noch unten im leben!‹

TRAUER II

Weh ruft vom walde.
Er schmückte sich mit frischem laub umsonst.
Die flur erharrte dich dass du sie weihtest.
Sie friert da du sie nun nicht sonnst:
Die zarten halme zittern an der halde
Die du nun nie beschreitest.

Was sind die knospen all die du nicht weckst ·
Die äste all die deine hand nicht flicht ·
Was sind die blumen all die sie nicht bricht ·
Was sollen früchte sein die du nicht schmeckst!

Im jungen schlag ein krachen
Von stamm nach stamm – wann fällt der nächste?
Das morgendliche grün erschlafft.
Das kaum entsprossne gras liegt hingerafft.
Kein vogel singt .. nur frostiger winde lachen
Und dann der schall der äxte.


TRAUER III

Dumpf ist die luft · verödet sind die tage.
Wie find ich ehren die ich dir erweise?
Wann zünd ich an dein licht durch unsre tage?
Mir ist nur lust wenn ich in gleicher weise
Eingrabe pracht und trümmer meiner tage ·
Bei jedem weg nur meine trauer weise ·
Hinschleppend ohne tat und lied die tage.
Nimm nur aus dunst und düster diese weise:
Nimm hin das opfer meiner toten tage!



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Inhalt und Einführung in den siebenten Ring

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