> Gedichte und Zitate für alle: Dichter gegen den Krieg- J.Fr.v.Eichendorff: Waffenstillstand der Nacht (8)

2014-03-01

Dichter gegen den Krieg- J.Fr.v.Eichendorff: Waffenstillstand der Nacht (8)




J.Fr.v.Eichendorff

Waffenstillstand der Nacht

Windsgleich kommt der wilde Krieg geritten,
Durch das Grün der Tod ihm nachgeschritten,
Manch Gespenst steht sinnend auf dem Feld,
Und der Sommer schüttelt sich vor Grausen,
Läßt die Blätter, schließt die grünen Klausen,
Ab sich wendend von der blut’gen Welt.

Prächtig war die Nacht nun auf gegangen,
Hatte alle mütterlich umfangen,
Freund und Feind mit leisem Friedenskuß,
Und, als wollt’ der Herr vom Himmel steigen,
Hört’ ich wieder durch das tiefe Schweigen
Rings der Wälder feierlichen Gruß.



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