> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Fr. Hölderlin: An Lyda (13)

2014-03-05

Gedichte von Fr. Hölderlin: An Lyda (13)




An Lyda

Trunken, wie im hellen Morgenstrale
Der Pilote seinen Ozean,
Wie die Seeligen Elysens Thale
Staunt' ich meiner Liebe Freuden ein,
Thal' und Haine lachten neugeboren
Wo ich wallte trank ich Göttlichkeit
Ha! von ihr zum Liebling' auserkoren
Höhnt ich stolzen Muths Geschik und Zeit.

Stolzer ward und edler das Verlangen
Als mein Geist der Liebe Kraft erschwang,
Myriaden wähnt' ich zu umfangen
Wenn ich Liebe, trunken Liebe sang.
Wie der Frülingshimmel, weit und helle.
Wie die Perle schön und ungetrübt.
Rein und stille wie der Weisheit Quelle
War das Herz von ihr, von ihr geliebt.

Sieh! im Stolze hatt' ich oft geschworen.
Unvergänglich dieser Herzverein!
Lyda mir, zum Heile mir geboren
Lyda mein, wie meine Seele mein,
Aber neidisch tratt die Scheidestunde,
Treues Mädchen! zwischen mich und dich.
Nimmer, nimmer auf dem Erdenrunde,
Lyda! nahn die trauten Arme sich.

Stille wallst du nun am Rebenhügel
Wo ich dich und deinen Himmel fand.
Wo dein Auge, deiner Würde Spiegel
Mich allmächtig,ewig an dich band!
Schnell ist unser Frühling hingeflogen
0 du Einzige! vergieb, vergieb!
Deinen Frieden hat sie dir entzogen
Meine Liebe, tränenvoll und trüb.

Als ich deinem Zauber hingegeben
Erd und Himmel über dir vergaß
Ach! so seelig in der Liebe Leben
Lydal meine Lyda! dacht' ich das?



alle Gedichte von Hölderlin                                                                                      weiter

Keine Kommentare: