> Gedichte und Zitate für alle: Inhalt und Einführung in den Gedichtzyklus "Heidebilder" von Anette von Droste-Hülshoff

2014-03-23

Inhalt und Einführung in den Gedichtzyklus "Heidebilder" von Anette von Droste-Hülshoff

Heide mit Haus Heidebilder

Anette Droste von Hülshoff ist vor allem wegen ihrer Naturgedichte als eine große Lyrikerin in die deutsche Literaturgeschichte eingegangen. Zwar hat die Dichterin längere Verserzählungen, Balladen sowie geistliche Lyrik geschaffen, doch die künstlerisch wertvollsten Gedichte sind ihr wohl in der Naturlyrik gelungen. Insbesondere der Gedichtzyklus "Heidebilder" zeugen von der großen Beobachtungsgabe, Einfühlsamkeit und Innigkeit der Dichterin. 

Die Heidebilder erschienen innerhalb der Ausgabe der Gedichte von 1844. Weiter beinhaltet  diese Ausgabe:

Zeitbilder
Fels, Wald und See
Gedichte vermischten Inhalts
Scherz und Ernst sowie Balladen. 

Der Gedichtzyklus "Heidebilder" zählt zu einem Höhepunkt innerhalb der deutschen Naturlyrik. Anette von Droste-Hülshoff lebte in einer feudalistisch-ländlichen Umgebung und ihr Zyklus wird von dem Motiv des Friedens in der Natur beherrscht. Die Dichterin sah wohl ihr Lebensidyll durch die realen gesellschaftlichen  Umstände in Gefahr. Ihre Sehnsucht nach Frieden entspringt der Angst das die alten feudalen Verhältnisse zum Untergang verurteilt sein könnten und so auch ihre Lebensvorstellungen ihre Gültigkeit verlieren. 
Der Gedichtzyklus Heidebilder enthält Gedichte von großer Innigkeit und von einer Tiefe des Gefühls wie man es nur selten in der deutschen Lyrik findet. Schon F. Engels rühmt die Gedichte die ihm besonders wegen ihrer Zartheit und Originalität gefallen haben.




Der Weiher


Er liegt so still im Morgenlicht,
So friedlich, wie ein fromm Gewissen;
Wenn Weste seinen Spiegel küssen,
Des Ufers Blume fühlt es nicht;
Libellen zittern über ihn,
Blaugoldne Stäbchen und Karmin,
Und auf des Sonnenbildes Glanz
Die Wasserspinne führt den Tanz;
Schwertlilienkranz am Ufer steht
Und horcht des Schilfes Schlummerliede;
Ein lindes Säuseln kommt und geht,
Als flüstr' es: Friede! Friede! Friede! –


Balladen


Zu den bekanntesten Dichtungen der Droste gehören ihre Balladen und in der Ausgabe von 1844 sind 18 Balladen erschienen. Von diesen waren bereits 3 in der Ausgabe von 1838 veröffentlicht worden. ( Bajazet, Der Barmekiden Untergang, Der Graf von Thal ) Diese Dichtungen waren schon Mitte der 30er Jahre entstanden während 11 weitere Texte in den Jahren 1840/41 geschrieben wurden. (Sogenannte "Rüschhauser Balladen") Vier weitere Texte entstanden während eines Aufenthalt in Meerseburg wo sich die Dicherin in den Jahren 1841/42 aufhielt. (Die Vergeltung, Die Vendetta, Der Fundator, Die Schwestern )

Zeitbilder

Die Sammlung beinhaltet 10 Gedichte die im Winter 1841/42 in Meerseburg entstanden. In ihnen nimmt die Dichterin zu Zeitthemen Stellung und setzt sich kritisch mit der Restaurationszeit auseinander ohne aber,wie für die Droste typisch, sich mit aktuellen politischen Themen zu befassen. 

Fels, Wald und See

Die Gedichte sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden so das man sie kaum als Zyklus bezeichnen kann sondern sie als eine Gruppe von Gedichten bezeichnen muß , die sich ähnlich wie die Heidebilder mit der Natur beschäftigen, allerdings überwiegend die Landschaft um den Bodensee beschreiben. 
Schon früher veröffentlicht wurden die Gedichte "Die Elemente", "Am Weiher", "Der Säntis und "Fragment" während die anderen Gedichte in der Meerseburger Zeit entstanden.


Weitere Informationen zu Anette Droste von Hülshoff finden sie im:



Inhalt

1. Die Lerche
2. Die Jagd
3. Die Vogelhütte
4. Der Weiher
5. Der Hünenstein
6. Die Steppe
7. Die Mergelgrube
8. Die Krähen
9. Das Hirtenfeuer
10.Der Heidemann
11.Das Haus in der Heide
12.Der Knabe im Moor







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