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2014-03-11

M. Dauthendey: Weltspuk: Herbstwind (54)




Herbstwind

Als wollt' man dem Herbstwind die Liebste einmauern,
Hör' ich ihn klagen mit halblautem Trauern,
Als hätt' er die Wege hin zu ihr verloren
Und bettle verrannt vor verschlossenen Ohren.
Er kommt nicht näher, er wimmert nur fern;
Irgendwo ist ein Haus leer, dort weint er gern.
Luft und Erde, die zittern bei seinem Wort,
Als ob sie die Tage, die wehen, wittern.
Heut geht der Wind noch auf lautlosen Zehen,
Aber einmal, da reißt ihn die Sehnsucht fort,
Und der Wind steht mit rasenden Herzschlägen dort;
Kann mit tausend Armen, auf tausend Wegen
Wie ein Trostloser Gott und Gesetze umfegen.

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