> Gedichte und Zitate für alle: Frank Wedekind-Gedichte: Stille Befürchtung (53)

2014-04-28

Frank Wedekind-Gedichte: Stille Befürchtung (53)




Stille Befürchtung

Seit ich dir mein ganzes Herz entladen,
Peinigt mich geheimnisvolles Weh:
Morgens drängt’s mich seltsam, mich zu baden;
Abends treibt’s mich mächtig ins Kaffee.

Nachts umgaukeln mich verrückte Träume,
Daß die Seele bang um Hilfe schreit;
Eng bedrücken mich des Himmels Räume,
Die Gewänder werden mir zu weit.

Vor den Augen schwirrt ein schwarzer Falter —
Sprich, o sprich, wie soll ich das verstehen?
’s ist ein heimlich zartes Knospenalter;
Doch nicht Liebe scheint mir aufzugehen.

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