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2014-04-03

H.Löns-Gedichte: Die Varusschlacht (23)




Die Varusschlacht

Der Herdrauch zog die Diele entlang,
Im Feuer schwelte der Torf,
Und um das Feuer, da saß im Kreis
Die ganze Jungmannschaft vom Dorf
Sie hatten es alle vernommen,
Es ging von Haus zu Haus:
»Wülfke ist wiedergekommen,
Er gibt heute abend eins aus!«

Und Wülfke, der griente und legte dann los:
»Na ja, das war schon ein Spaß,
Wenn's auch den römischen Kerls nicht so schien,
Denn scheußlich bekam ihnen das;
Was machten sie sich auch so mausig,
Uns ging die Geduld schließlich aus,
Na, und da, da ging's ihnen lausig,
Kaum einer fand wieder nach Haus.

Na ja, wie das nun gekommen ist,
Das weiß ich nicht mehr so genau,
Ich trank am Abend gefährlich viel Bier
Und war am Morgen noch blau;
Es saß da auf so 'nem Dinge
Ein Kerl und machte sich breit,
Er hatte die Finger voll Ringe
Vor lauter Hoffärtigkeit.

Na ja, der prahlte in einem weg,
Bloß daß ich kein Wort von verstand,
Ein Mann aus der Gegend, der meinte zu mir,
Er hätt' uns Gesindel genannt;
Das wollt' mir denn doch nicht recht passen,
Vor den Augen wurd's mir ganz rot,
Ich konnt' es wahrhaftig nicht lassen
Und bölkte wie unklug: schlah' dot!

Na ja, da ging die Geschichte denn los,
Mir wurde davon erst ganz dumm;
Wohin ich auch sah, fiel ein römischer Kerl,
Wie'n Schwein beim Schlachtefest um;
Da spuckt' ich denn auch in die Hände
Und kriegte mein Messer her,
Ein ganzes langes Ende
Weiß ich nun aber gar nichts mehr

Na ja, denn über- und überall
Da ging's: schlah' dot, schlah' dot!
Und als ich wieder zu mir kam,
Mein Arm war bis obenhin rot;
Zum Kuckuck war mein Messer,
Da langte ich mir ein Schwert,
Das flutschte denn doch noch besser;
Es hängt da hinter dem Herd.

Na ja, so ging's denn in einem fort,
Wir brachten sie schön auf den Trab,
Ich habe die Nase noch voll von dem Kerl,
Dem ich den Kälberfang gab;
Er tat man so blitzen und blinken
Vor Gold und Edelgestein,
Und nach Maiblumen tat er stinken;
Sie schmieren mit so was sich ein.

Na ja, doch gegen die Melkezeit,
Da wurd' mir ganz albern vor Durst,
Ob das von der hillen Arbeit nun kam,
Oder ob von der salzigen Wurst?
Da hab' ich denn Wasser getrunken,
Wahrhaftig als wie ein Stück Vieh,
Und das Wasser, das hat gestunken,
Solchen Kuhdurst hatt' ich noch nie.

Na ja, das tat mir denn hinterher leid,
Denn im Lager war m ächtig viel Wein,
Das Bier da zu Lande ist ja ganz schön,
Aber Wein ist noch einmal so fein;
Doch muß man sich erst dran gewöhnen,
Denn Kinder, ich sage euch bloß,
Ich wurde im Brägen das Dröhnen
Volle drei Tage nicht los.«

Er spuckte in das Feuer hinein
Und trank sein Warmbier aus,
Die anderen plinkten sich heimlich zu
Und gingen dann alle nach Haus;
Doch ehe sie abseits bogen
Zum Moor und nach der Heid',
Da hieß es: »Na, der hat gelogen
Nach der schweren Schwierigkeit!



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