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2014-05-15

Gedichte von G.Heym: Die Städte im Walde (24)



Die Städte im Walde

In großen Wäldern, unter Riesenbäumen,
Darunter ewig blaues Dunkel ruht,
Dort schlafen Städte in verborgnen Träumen,
Den Inseln gleich in grüner Meere Flut.

Das Moos wächst hoch auf ihren Mauerkränzen.
Ihr alter Turm ist schwarzer Rosen Horst.
Sie zittern sanft, wenn wild die Zinnen glänzen
Und rot im Abend lodert rings der Forst.

Dann stehen hoch in fließendem Gewand,
Wie Lilien, ihre Fürsten auf den Toren,
Im Wetterschein, wie stiller Kerzen Brand.

Und ihre Harfe dröhnt, im Sturm verloren,
Des schwarzer Hauch schon weht von Himmels Rand
Und rauscht im dunklen Haar der Sykomoren.



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