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2014-05-15

Gedichte von G.Heym: Judas (33)



Judas

Die Locke der Qual springt über die Stirne,
Drin wispern Winde und viele Stimmen,
Die wie Wasser vorüberschwimmen.

Doch er rennet bei Ihm gleich einem Hunde.
Und er picket die Worte hervor in dem Kote.
Und er wieget sie schwer. Sie werden tote.

Ah, der Herr ging über die Felder weiß
Sanft hinab am schwebenden Abendtag,
Und die Ähren sangen zum Preis,
Seine Füße waren wie Fliegen klein
In goldener Himmel gellem Schein.



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