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2014-05-16

Gedichte von G.Heym: Verfluchung der Stadt (43)




Verfluchung der Stadt

Ihr seid verflucht. Doch eure Süße blüht
Wie eines herben Kusses dunkle Frucht,
Wenn Abend -warm um eure Turme sprüht.
Und weit hinab der langen Gassen Flucht.

Dann zittern alle Glocken allzumal
In ihrem Dach, wie Sonnenblumen welk.
Und weit wie Kreuze wächst in goldner Qual
Der hohen Galgen düsteres Gebälk.

Und wie ein Meer von Flammen ragt die Stadt,
Wo noch der West wie rotes Eisen glänzt,
In den die Sonne wie ein Stierhaupt glatt
Die Hörner streckt, von dunklem Blut bekränzt.



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