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2014-05-24

Gedichte von L.Thoma: Fortschritt (13)




Fortschritt

Wenn sich unsres Vaters Vater
Innerlich erquicken wollte,
Las er seinen Friedrich Schiller:
Wie er den Tyrannen grollte.

Wie er recht aus treuem Herzen
Für die Freiheit alles wagte
Und nach guter Schwabensitte
Seine Meinung gründlich sagte.

Und je derber und je gröber,
Desto mehr erfreut’s den Alten.
Damals hat man auf des Tones
Feinheit nicht so viel gehalten.

Für den Thron erglühten damals
Nicht so heilig die Gemüter,
Und des Herrschers Launen galten
Noch nicht als die höchsten Güter.

Fußgetret’ne stille Demut
Scheint den Enkeln erst geboten,
Und die Herren Staatsanwälte
Züchten gute Patrioten.



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