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2014-05-29

Gedichte von T.Fontane: Im Wald (54)




Im Wald

Ich zog den stillen Wald entlang
Und sog die Nachtluft ein.
Dein Bild umschwebte mich, und bang
Gedacht ich, Liebchen, dein.

Mir war's, als wiegt ich wieder dich
Wie jüngst in meinem Arm,
Als fühlte deine Tränen ich
Noch einmal glühend warm.

Oh, trag es, ob mein Blut in deins
Auch nie hinüberloht.
Zwei Flammen fließen oft in eins
Zu gegenseit'gem Tod.

Laß scheiden uns, und unser Blut
Nur glühn im letzten Kuß,
Doch so, daß in uns jener Glut
Gedächtnis bleiben muß.

Ade denn; das uns frisch und rot
Erinnrung Rosen zeigt.
Ach, Rosen, die sonst welk und tot
Im Herzen bald vielleicht.

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