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2014-05-27

T.Fontane- Gedichte: Die lieben Sterne (36)




Die lieben Sterne

Auf des Hauses niedrer Schwelle
Saß ich, Wehmut in der Brust,
Sah hinauf zur Sternenhelle, -
Da ergriff mit banger Lust
Sehnsucht mich nach jenen Sternen,
Die, im mildverklärten Schein,
Hoch aus weiten Himmelsfernen
Unsrem Herzen Trost verleihn.

Aber ach, trotz alles Strebens
Nach dem ew'gen Himmelszelt,
War mein Sehnen doch vergebens.
Denn ich blieb der Erdenwelt.
Soll mir nie der Zutritt werden.
Rief ich nun gar traurig aus.
Oh, so schickt herab auf Erden
Einen Stern aus eurem Haus.

Und die lieben, guten Sterne
Haben mich nicht ausgelacht.
Haben trotz der weiten Ferne
Ihres armen Freunds gedacht.
Denn sie weigerten die Bitte
Mir, dem einst Verschmähten, nicht.
Und gesandt aus ihrer Mitte
Strahlt ein zwiefach Doppellicht.

Ach, es strahlt mir, voller Wahrheit;
Treue, Liebe; Glauben, Hoffen;
Meines Sternbilds Sonnenklarheit
Hat wie Zauber mich getroffen.
Teures Bild, verweile lange.
Fern vom heimatlichen Zelt,
Leuchte mir noch auf dem Gange,
Der mich führt in deine Welt.

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